Europäischer Sozialfonds (ESF) 2014 – 2020

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Was ist der ESF?

Der Europäische Sozialfonds entstand 1957 mit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Seit dieser Zeit schafft er Arbeitsplätze und unterstützt die Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung. Der Fonds trägt dazu bei, Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt abzubauen.

Ziel der Europäischen Union: alle Menschen erhalten eine berufliche Perspektive. Jeder Mitgliedstaat und jede Region entwickelt dabei im Rahmen eines Operationellen Programms eine eigene Strategie. Damit tragen die ESF-Projekte den Erfordernissen vor Ort am besten Rechnung.

Der ESF in der DG

Seit 1992 gibt es ein eigenes Programm für die Deutschsprachige Gemeinschaft. Seitdem profitieren jährlich etwa 2.000 Menschen direkt oder indirekt von den Angeboten, die  der ESF (ko)finanziert.

Einige Projektbeispiele, die der ESF bisher in der DG unterstützt hat:

  • Vorqualifizierungs- und Alphabetisierungsmaßnahmen sowie Sprachkurse der Kulturellen Aktion und Präsenz (KAP)
  • Ausbildungszentren des Arbeitsamtes (z.B. Maurerschule in Recht/St. Vith, Ausbildung zur polyvalenten Bürofachkraft in Eupen und St. Vith, Ausbildung zur Reinigungsfachkraft in Eupen)
  • Ausbildung zu Familien- und Seniorenhelfer
  • Work & Job mit Ausbildungen für Jugendliche in Holz- und Metallverarbeitungstechniken sowie Gartenbau in Eupen
  • Siebdruckwerkstatt mit Ausbildungen in Grafik, Papierverarbeitung und Siebdrucktechniken der Werkstatt Cardijn (CAJ)
  • Ausbildungsprojekt in Bau- und Baunebenberufe sowie im Horeca-Sektor für Arbeitslose in der Eifel
  • Startservice, ein Angebot der Dienststelle für Personen mit Behinderung zur Integration von Menschen mit einer Behinderung in hiesige Betriebe
  • Spezifische Weiterbildungen für Frauen und Betreuung von Wiedereinsteigerinnen durch die Frauenliga
  • Ausbildung zum Netzwerktechniker durch das Zentrum für Aus- und Weiterbildung des Mittelstandes Eupen
  • Finanzielle Förderung der beruflichen Weiterbildung durch BRAWO (Weiterbildungsdienst)
  • Beratung von Existenzgründer durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft
  • Beratung zur Innovationsentwicklung durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft
  • Arbeitsmarktstudien durch den Wirtschafts- und Sozialrat der DG

Eine Reihe von Projekten entwickelten sich mittlerweile zu strukturellen Maßnahmen. Dies bedeutet, dass das Angebot nach wie vor für den Bürger besteht, aber die DG finanziert sie nun vollständig. Hier hat das Prinzip der Anschubfinanzierung funktioniert.

Ziele und Schwerpunkte

Auch für die kommende Programmphase von 2014 – 2020 hat die Deutschsprachige Gemeinschaft ein eigenes Operationelles Programm mit der EU-Kommission ausgehandelt. Dieses Programm sieht folgende Schwerpunkte vor:

  • Verbesserung der Beschäftigung: Die Langzeitarbeitslosigkeit und die Arbeitslosigkeit von älteren Menschen sollen sinken, und der Frauenanteil bei den Beschäftigten soll steigen.
  • Förderung der sozialen Integration für Menschen mit mehrfachen Integrationshemmnissen: Dieser Schwerpunkt zielt unter anderem auf Menschen mit sehr niedriger Qualifikation, mit einer Behinderung oder mit Migrationshintergrund ab.
  • Verbesserung der beruflichen Bildung, auch zur Bekämpfung von Fachkräftemangel und Verbesserung des Übergangs zwischen Schule/Ausbildung und Beruf zur Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit.

Damit greift das Programm einerseits die Strategie der EU2020 auf. Andererseits findet man eine Reihe Zukunftsprojekte aus dem Regionalen Entwicklungskonzept (REK) der DG wieder, so dass die DG auch hier wichtige Vorhaben mit ESF-Unterstützung umsetzt.

Budget

Die Deutschsprachige Gemeinschaft erhält für die neue Programmierungsperiode 11 Millionen Euro an ESF-Fördermittel. Hinzu kommt der gleiche Betrag als Kofinanzierung durch die DG, so dass insgesamt 22 Millionen Euro für Projekte in der DG zur Verfügung stehen.

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Wie funktioniert der ESF konkret?

Organisationen, aktiv in den Bereichen Beschäftigung, soziale Integration und Bildung, können Anträge stellen. Dies trifft sowohl auf Organisationen als auch auf öffentliche Verwaltungen zu.

Einzelpersonen können nicht selber einen Antrag stellen. Allerdings können sie an ESF-Projekten teilnehmen, wie beispielsweise Maßnahmen zur Weiterbildung oder zur Unterstützung bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz oder einer begleitenden Maßnahme, um einen Einstieg in die Beschäftigung zu finden. Diese Angebote würden ohne die EU-Förderung nicht stattfinden oder nur gegen eine hohe Teilnahmegebühr.

ESF-Projekte dauern in der Regel 36 Monate. Der ESF fördert die Personalkosten sowie eine Pauschale zum Funktionieren des Projektes. Dabei übernehmen in der Regel die Union und die DG jeweils 50% der Kosten. Erwirtschaftet das Projekt eventuelle Einnahmen, dann müssen diese abgezogen werden.

Der ESF eignet sich nicht, bedeutende Infrastrukturkosten zu finanzieren. Die ESF-Projekte können transnational sein, müssen es jedoch nicht. Die Projektträger müssen in jedem Fall das Angebot in der DG umsetzen.

Interessierte können die Anträge zweimal jährlich bei der ESF-Verwaltungsbehörde stellen. Dort erhalten sie auch weitere Hilfestellungen.