Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums

Die Europäische Union fördert ländliche Gebiete über den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER).

Ziel der europäischen Politik ist

  • die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft,

  • die Gewährleistung der nachhaltigen Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen und des Klimaschutzes,

  • die ausgewogene räumliche Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und der ländlichen Gemeinschaften, einschließlich der Schaffung und des Erhalts von Arbeitsplätzen.

Regionale Entwicklungsprogramme setzen diese Prioritäten um.

Das Wallonische Programm zur ländlichen Entwicklung(PwDR)

Arbeitsgrundlage in der Wallonischen Region und somit für die Deutschsprachige Gemeinschaft ist das „Wallonische Programm zur ländlichen Entwicklung“ (PwDR).

Die Europäische Union stellt dem PwDR stehen zwischen 2014 und 2020 264 Millionen EUR zur Verfügung. Diese werden durch regionale Mittel kofinanziert.

Ziele und Schwerpunkte

Basierend auf einer Stärken und Schwächenanalyse des ländlichen Raums der Wallonie, legt der PwDR folgende Investitionsschwerpunkte fest:

  • Ausbildungs- und Demonstrationsprojekte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft (Maßnahmen 1.1. und 1.2)
  • Existenzgründungsbeihilfen und Investitionen in landwirtschaftliche Betriebe und kleine und mittelständische Unternehmen (Maßnahmen 4.1, 4.2, 6.1, 6.4A, 6.4B und 8.6.)
  • Touristische Projekte (Maßnahmen 7.5 und 16.3)
  • Investitionen in Ärztehäuser (Maßnahme 7.2)
  • Integrationsprojekte im land- und forstwirtschaftlichen Bereich (Maßnahme 16.9)
  • Investitionen in Dorfhäuser (Maßnahme 7.4)
  • Wiederherstellung von Wiesen, Heidegebieten und anderen Lebensräumen in Natura 2000 und SEP-Gebieten (Maßnahme 7.6.)
  • flächenbezogene Maßnahmen, d.h. finanzielle Unterstützung für Agrarumweltmaßnahmen (Maßnahme 10), biologischen Landbau (Maßnahme 11), Natura 2000 Zonen (Maßnahme 12) und naturbedingt benachteiligte Gebiete (Maßnahme 13)

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Maßnahmen zur lokalen Entwicklung (Leader). Dazu erarbeiten so genannte „Lokale Aktionsgruppen" (LAG) aus Vertretern öffentlicher und privater Einrichtungen ein gemeinsames Entwicklungsprogramm.

Leader in der Deutschsprachigen Gemeinschaft

In den fünf Eifelgemeinden hat die Zusammenarbeit im Rahmen des Leader-Programms Tradition. Seit Jahren arbeiten Akteure aus den fünf Eifelgemeinden in der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) „100 Dörfer - 1 Zukunft“ unter Federführung der Wirtschaftsförderungsgesellschaft zusammen. 

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Das Entwicklungsprogramm der LAG „100 Dörfer – 1 Zukunft“ basiert auf zahlreichen Beratungen und einer langfristigen Strategieentwicklung. Aufbauend auf einer Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken Analyse definiert es Herausforderungen und Entwicklungsziele für die fünf Eifelgemeinden. Ziel ist, deren regionalen Ressourcen nachhaltig aufzuwerten.

Unter dem Motto „Gemeinsam für eine lebendige Region“ setzt die LAG Projekte in den Bereichen Mittelstand und Handwerk, Forst- und Landwirtschaft, Wasser, Energie, Tourismus, Dorfentwicklung und Mobilität um. Die Projekte werden zu 36% durch den ELER, zu 54% durch die Wallonische Region oder die Deutschsprachige Gemeinschaft und zu 10% durch Eigenmittel der Projektträger finanziert.

Die drei nördlichen Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft - Eupen, Raeren und Lontzen - werden unter Federführung der WFG Ostbelgien im April 2016 erstmals eine solche LEADER-Kandidatur einreichen.