Kreatives Europa

Das Programm zur Stärkung des gemeinsamen Europäischen Kulturraums

Das Programm Kreatives Europa fördert die europäische Kultur- und Kreativwirtschaft sowie die audiovisuelle Branche. Das Programm regt die Akteure an, europaweit zu agieren, neue Zielgruppen und Publikumskreise anzusprechen und aufstrebenden Talenten den Marktzugang zu erleichtern.

Ziele und Schwerpunkte

Kultur

Kernbereich des Kulturteilprogramms sind die Kooperationsprojekte. Dabei arbeiten kulturelle Einrichtungen aus mindestens 3 Programmländern über mehrere Jahre zusammen.

Auch Netzwerke mit mindestens 15 Mitgliedorganisationen in 10 oder mehr Programmländern, können für die Betriebskosten eine Förderung beantragen.

Neu sind die Kulturplattformen. Eine Kulturplattform soll aufstrebenden Talenten den Markteinstieg erleichtern, zur Verbreitung von Werken beitragen oder die transnationale Mobilität von Kultur- und Kreativakteuren fördern.

Neben Fördermitteln zur Übersetzung europäischer Literatur vergibt das Programm ebenfalls verschiedene Preise. Zu den bekanntesten gehört die Verleihung des Titels „Europäische Kulturhauptstadt“. Jährlich werden zwei Städte aus zwei verschiedenen EU-Mitgliedstaaten gekürt und erhalten ein Preisgeld von maximal 1,5 Mio. Euro (max. 60% des Gesamtbudgets). 2015 darf sich die Stadt Mons (B) „Europäische Kulturhauptstadt“ nennen. Die DG hat am Rahmenprogramm der europäischen Kulturhauptstadt Luxemburg 2007 und an der Kandidatur Maastrichts zur Kulturhauptstadt 2018 mitgewirkt.

Weitere Auszeichnungen sind der Preis für Kulturerbe (Europa Nostra Award), Literatur, Architektur und Popmusik (European Border Breakers Award) sowie das neu eingeführte Europäische Kulturerbe-Siegel (European Heritage Label).

Medien

Das Teilprogramm Medien richtet sich mit jeweils verschiedenen Fördermöglichkeiten an

  • Europäische Verleih- und Vertriebsfirmen
  • Europäische Filmfestivals
  • Filmschaffende
  • europäische Produktionsfirmen, die Kino-, TV- oder Digitalprojekte mit künstlerischem Wert koproduzieren und vermarkten. Auch Videospiele, die originell und innovativ sind, können gefördert werden. Die Projekte sollen die kulturelle Vielfalt darstellen und das Potenzial besitzen, Zuschauer in Europa und über die europäischen Grenzen hinaus zu erreichen.

Darüber hinaus kofinanziert das Teilprogramm Weiterbildungsmaßnahmen für europäische Medienschaffende.

Ein eigens gegründeter Fonds unterstützt Koproduktionen von Spiel-, Animations- und Dokumentarfilmen von mindestens 60 Minuten. Um eine Förderung zu erhalten, müssen sich Partner aus mindestens drei verschiedenen Ländern beteiligen.

Spartenübergreifendes Teilprogramm

Ab 2016 gibt es einen Garantiefonds für alle Kultursektoren. Das Budget wird voraussichtlich 121 Mio. Euro betragen. Ziel ist, kleinen und mittleren kreativen und kulturellen Unternehmen den Zugang zu Bürgschaften und Krediten zu erleichtern.

Budget

Das Gesamtbudget beträgt 1,46 Milliarden Euro für sieben Jahre:

Programmländer

  • Die 28 Mitgliedstaaten der EU : Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern
  • Island, Norwegen, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro
  • die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Serbien (nur förderfähig im Teilprogramm Kultur)
  • Türkei (förderfähig im Teilprogramm Kultur und bei ausgewählten Förderbereichen im Teilprogramm Medien, wie z.B. Weiterbildungen, Festivals, Publikumsentwicklung und Marktzugänglichkeit).
  • Mit Georgien, Moldau und der Ukraine laufen derzeit Verhandlungen über einen Beitritt zum Teilprogramm Kultur. Was das Teilprogramm Medien betrifft, kämen Organisationen aus Georgien, Moldau und der Ukraine allerdings nur für ausgewählte Förderbereiche in Frage (Weiterbildungen, Festivals, Publikumsentwicklung, Marktzugänglichkeit).